Ratgeber für Haushalte

Heizkosten sparen: Die häufigsten Heizfehler vermeiden

Wer Heizkosten sparen möchte, muss nicht automatisch weniger heizen. Oft kommt es vor allem auf die richtige Nutzung der Heizung an. Dauerhaft gekippte Fenster, falsch eingestellte Thermostate oder stark ausgekühlte Räume können den Energieverbrauch erhöhen und die Schimmelgefahr begünstigen.

Mit einigen einfachen Änderungen beim Heizen und Lüften lässt sich der Wohnkomfort erhalten und unnötiger Energieverbrauch vermeiden.

Stand: Oktober 2026

Weitere praktische Informationen rund um Strom, Gas und Energie finden Sie in unserem Ratgeberbereich.

Die wichtigsten Tipps zum Heizkosten sparen

  • Stoßlüften statt Fenster dauerhaft zu kippen.
  • Thermostate beim Lüften vorübergehend schließen.
  • Die gewünschte Raumtemperatur direkt einstellen.
  • Türen zu deutlich kühleren Räumen geschlossen halten.
  • Luftfeuchtigkeit regelmäßig kontrollieren.
  • Die Heizung nicht unnötig vollständig ausschalten.
  • Heizkörper freihalten und bei Bedarf entlüften.
  • Heizkurve und Vorlauftemperatur fachgerecht optimieren lassen.

1. Richtig lüften: Stoßlüften statt Kipplüften

Dauerhaft gekippte Fenster verursachen während der Heizperiode häufig unnötige Wärmeverluste. Kalte Außenluft strömt über längere Zeit in den Raum. Gleichzeitig können Fensterbereiche, Wände und andere Bauteile auskühlen.

Besser ist kurzes und intensives Stoßlüften:

  1. Thermostatventile vor dem Lüften schließen oder herunterdrehen.
  2. Fenster für einige Minuten weit öffnen.
  3. Nach Möglichkeit gegenüberliegende Fenster öffnen und für Durchzug sorgen.
  4. Fenster anschließend wieder vollständig schließen.
  5. Thermostat auf die gewünschte Raumtemperatur einstellen.

Wie lange gelüftet werden sollte, hängt von Außentemperatur, Wind und Fenstergröße ab. Im Winter reichen häufig wenige Minuten. Besonders nach dem Duschen, Kochen oder Wäschetrocknen sollte die feuchte Luft zeitnah nach außen abgeführt werden.

Warum dauerhaftes Kipplüften Energie kostet

Beim langen Lüften kühlt nicht nur die Raumluft ab. Auch angrenzende Bauteile können deutlich an Temperatur verlieren. Dadurch steigt der Wärmebedarf, um den Raum wieder auf die gewünschte Temperatur zu bringen. Zusätzlich können kalte Oberflächen in Verbindung mit hoher Luftfeuchtigkeit die Schimmelbildung begünstigen.

2. Thermostat richtig einstellen: Höher bedeutet nicht schneller warm

Die Zahlen auf einem herkömmlichen Heizkörperthermostat stehen in der Regel für die gewünschte Raumtemperatur. Sie geben nicht an, wie schnell ein Raum erwärmt wird.

Als grobe Orientierung gelten:

  • 1etwa 12 °C
  • 2etwa 16 °C
  • 4etwa 24 °C
  • 5etwa 28 °C

Die tatsächlichen Temperaturen können je nach Thermostat und Einbausituation abweichen.

Wer einen kalten Raum schnell warm bekommen möchte, sollte das Thermostat nicht automatisch auf die höchste Stufe drehen. Dadurch wird der Raum normalerweise nicht schneller warm. Die Heizung arbeitet lediglich so lange, bis die höhere Zieltemperatur erreicht ist.

Tipp: Stellen Sie direkt die Raumtemperatur ein, die Sie tatsächlich wünschen. Für viele Wohnräume sind etwa 20 °C ein geeigneter Ausgangswert.

3. Kühle Räume richtig behandeln und Türen geschlossen halten

Wenig genutzte Räume müssen nicht genauso warm sein wie Wohn- oder Arbeitszimmer. Sie sollten jedoch auch nicht dauerhaft stark auskühlen.

Türen zu deutlich kühleren Räumen sollten geschlossen bleiben. Andernfalls kann warme und feuchte Luft aus den beheizten Bereichen in den kühlen Raum gelangen. Kühlt diese Luft an Wänden oder Raumecken ab, kann sich Feuchtigkeit niederschlagen. Dadurch steigt das Risiko für Schimmel.

Je nach Gebäude und Dämmstandard kann eine moderate Mindesttemperatur sinnvoll sein. Häufig gelten etwa 16 bis 18 °C als Orientierung.

Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer prüfen

Ein Hygrometer zeigt die relative Luftfeuchtigkeit im Raum an. Als allgemeine Orientierung gilt:

  • Etwa 40 bis 60 Prozent sind in vielen Wohnräumen ein günstiger Bereich.
  • Dauerhaft höhere Werte sollten Anlass für zusätzliches Lüften sein.
  • Beschlagene Fenster, muffiger Geruch oder feuchte Stellen können auf ein Feuchteproblem hinweisen.

4. Wäsche in der Wohnung trocknen: Heizen und Lüften verbinden

Beim Trocknen von Wäsche gelangt viel Wasser in die Raumluft. Wird diese Feuchtigkeit nicht ausreichend abgeführt, kann sie sich an kalten Wänden oder anderen Oberflächen niederschlagen.

Wer Wäsche in der Wohnung trocknet, sollte deshalb:

  • den Raum nicht vollständig auskühlen lassen,
  • die Tür zu kühleren Räumen geschlossen halten,
  • regelmäßig kurz und intensiv lüften,
  • die Luftfeuchtigkeit mit einem Hygrometer kontrollieren.

5. Nachtabsenkung nutzen: Was ist bei der Heizung sinnvoll?

Ob eine Nachtabsenkung oder eine Temperaturabsenkung während längerer Abwesenheit Energie spart, hängt von der Heizungsanlage und vom Gebäude ab.

Bei vielen konventionellen Heizungen kann eine moderate Absenkung sinnvoll sein. Bei Wärmepumpen ist eine starke Absenkung dagegen nicht automatisch vorteilhaft.

Wärmepumpen arbeiten häufig besonders effizient mit niedrigen Vorlauftemperaturen und einer möglichst gleichmäßigen Betriebsweise.

Heizung bei Frost nicht vollständig ausschalten

Bei niedrigen Außentemperaturen sollten Räume in der Regel nicht vollständig auskühlen. Eine zu niedrige Raumtemperatur kann Feuchteprobleme begünstigen.

6. Heizkörper und Thermostate regelmäßig prüfen

Heizkörper entlüften

Gluckernde Geräusche oder ein Heizkörper, der nicht gleichmäßig warm wird, können auf Luft im Heizsystem hindeuten. Das Entlüften kann die Wärmeabgabe verbessern.

Heizkörper freihalten

Möbel, lange Vorhänge oder Heizkörperverkleidungen können die Wärmeabgabe behindern. Heizkörper sollten daher möglichst frei zugänglich sein.

Thermostate kontrollieren

Thermostatventile können mit der Zeit schwergängig oder ungenau werden. Programmierbare Thermostate können dabei helfen, Heizzeiten und Temperaturen bedarfsgerecht zu steuern.

Heizungsdruck beachten

Bei wassergeführten Heizungen sollte der Anlagendruck im vom Hersteller vorgesehenen Bereich liegen. Bei häufigem Druckverlust sollte ein Fachbetrieb die Ursache untersuchen.

7. Heizkurve und Vorlauftemperatur optimieren

Die Heizkurve legt fest, welche Vorlauftemperatur bei einer bestimmten Außentemperatur erforderlich ist. Sie ist insbesondere bei Zentralheizungen, Fußbodenheizungen und Wärmepumpen von Bedeutung.

Ist die Heizkurve zu hoch eingestellt, wird das Heizwasser unnötig stark erwärmt. Das kann den Energieverbrauch erhöhen.

Auch den Gasverbrauch im Blick behalten

Wer mit Gas heizt, sollte nicht nur die Einstellungen der Heizungsanlage, sondern auch den tatsächlichen Verbrauch regelmäßig kontrollieren. In unserem Ratgeber Gasverbrauch berechnen und senken erfahren Sie, wie Sie den Verbrauch von Kubikmetern in Kilowattstunden umrechnen und Veränderungen besser beurteilen können.

Wie Sie Zählernummer und Zählerstand korrekt erfassen, erklären wir außerdem im Ratgeber Gaszähler richtig ablesen .

Checkliste: Energie sparen beim Heizen

  • Heizkörper sind nicht durch Möbel oder Vorhänge verdeckt.
  • Thermostatventile funktionieren ordnungsgemäß.
  • Heizkörper werden bei Bedarf entlüftet.
  • Die Luftfeuchtigkeit wird kontrolliert.
  • Es wird kurz und intensiv statt dauerhaft gekippt gelüftet.
  • Türen zu kühleren Räumen bleiben geschlossen.
  • Die Nachtabsenkung passt zur Heizungsanlage.
  • Die Heizkurve ist fachgerecht eingestellt.
  • Die Heizung wird bei Frost nicht vollständig abgeschaltet.

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Häufige Fragen zum Heizkosten sparen

Wie kann man im Haushalt Heizkosten sparen?

Heizkosten lassen sich häufig durch eine passende Raumtemperatur, korrektes Lüften und eine gut eingestellte Heizungsanlage reduzieren. Stoßlüften ist meist effizienter als dauerhaft gekippte Fenster.

Welche Raumtemperatur ist zum Heizen empfehlenswert?

Für viele Wohnräume sind etwa 20 °C ein geeigneter Richtwert. Entscheidend sind persönliches Empfinden, Gebäudestandard und Luftfeuchtigkeit.

Welche Thermostatstufe entspricht 20 Grad?

Bei vielen Heizkörperthermostaten entspricht Stufe 3 ungefähr 20 °C. Die tatsächliche Temperatur kann je nach Thermostat und Einbausituation abweichen.

Wird ein Raum schneller warm, wenn das Thermostat auf Stufe 5 steht?

Nein. Das Thermostat legt grundsätzlich die gewünschte Zieltemperatur fest. Eine höhere Stufe sorgt normalerweise nicht dafür, dass der Raum schneller warm wird.

Wie lange sollte man im Winter lüften?

Im Winter reichen beim Stoßlüften häufig wenige Minuten. Die optimale Dauer hängt von Außentemperatur, Wind und Fenstergröße ab.

Welche Luftfeuchtigkeit ist in Wohnräumen sinnvoll?

In vielen Wohnräumen gilt eine relative Luftfeuchtigkeit von etwa 40 bis 60 Prozent als günstiger Orientierungsbereich.

Ist eine Nachtabsenkung der Heizung sinnvoll?

Ob eine Nachtabsenkung Energie spart, hängt von Heizsystem, Gebäude und Regelung ab. Bei Wärmepumpen sollte eine starke Absenkung besonders sorgfältig geprüft werden.

Persönliche Beratung

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